Wer investieren will, sollte nicht bei null Sicherheitsreserve starten. Das klingt erstmal nicht spannend, ist aber einer der wichtigsten finanziellen Grundsätze überhaupt. Denn ein Depot ist kein Notfallkonto. Wenn das Auto kaputtgeht, der Kühlschrank stirbt, der Arbeitgeber Probleme hat oder dein Einkommen kurzfristig wegbricht, dann willst du nicht gezwungen sein, Anlagen im schlechtesten Moment zu verkaufen. Genau dafür ist der Notgroschen da. Und aus meiner Sicht gilt ganz klar: Mindestens 3 Monatsausgaben sind das absolute Minimum.
Ich habe zuletzt in einem Instagram-Beitrag auch wieder die Aussage gesehen, dass „das Amt erst ab Monat 3 zahlt“ und man deshalb mindestens 3 Monate Puffer brauche. Das ist so aber nicht richtig. Arbeitslosengeld wird nicht pauschal erst im dritten Monat gezahlt, sondern grundsätzlich frühestens ab dem Tag der Arbeitslosmeldung, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Die Arbeitslosmeldung ist frühestens drei Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit möglich und spätestens am ersten Tag ohne Beschäftigung fällig. Die „3 Monate“, die viele im Kopf haben, passen eher zum Insolvenzgeld: Das kann offene Löhne für die letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis abdecken.
Trotzdem bleibt mein Punkt derselbe: 3 Monatsausgaben sind keine Luxusreserve, sondern die Unterkante. Nicht wegen irgendeiner pauschalen Behördenregel, sondern weil das echte Leben Reibung hat. Ausbleibender Lohn, Unsicherheit rund um Insolvenz, verspätete Meldungen, Sperrzeiten, unerwartete Reparaturen oder einfach mehrere dumme Zufälle gleichzeitig — genau dann merkst du, ob du finanziell stabil aufgestellt bist oder nur gehofft hast, dass schon nichts passiert. Ein Notgroschen ist kein Renditebaustein, sondern Risikomanagement.
Genau an der Stelle sieht man auch, wie schief finanzielle Prioritäten manchmal gesetzt werden.
Viele Menschen akzeptieren ohne mit der Wimper zu zucken ein Auto, das monatlich 10 Prozent des Einkommens kostet. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die vielleicht 3 bis 5 Prozent kostet, wird dann aber als „zu teuer“ eingeordnet. Das ist kein sauberes Risikomanagement, sondern oft einfach falsch priorisierter Konsum. Ein Auto verliert Geld. Eine vernünftige Einkommensabsicherung schützt im Zweifel genau das Einkommen, aus dem später Auto, Alltag, Sparrate und Vermögensaufbau überhaupt erst bezahlt werden.
Wichtig ist dabei auch: Rechne nicht mit 3 Nettogehältern, sondern mit 3 echten Monatsausgaben. Und da rechnen sich viele ihre Lage deutlich zu schön. Gerade Auto und Mobilität liegen bei den meisten Haushalten viel höher, als sie selbst annehmen. Rate, Versicherung, Tanken, Wartung, Reifen, Reparaturen, vielleicht Stellplatz (und ganz nebenbei noch der Wertverlust) — da kommt ordentlich was zusammen. Wer das einmal ehrlich aufschreibt, merkt oft schnell, dass 3 Monatsausgaben eben nicht 2.000 oder 3.000 Euro sind, sondern eher 2.500, 3.700 Euro.
Ein einfaches Beispiel: 1.300 Euro Wohnen, 700 Euro Lebensmittel, 250 Euro Versicherungen, 650 Euro Auto und Mobilität, 250 Euro Strom, Internet und Handy, 400 Euro Sonstiges. Dann liegst du schnell bei rund 3.550 Euro monatlichen Ausgaben. Dreimal das Ganze bedeutet: 10.650 Euro Notgroschen. Das ist kein kleiner Betrag, klar. Aber nur weil ein Ziel größer ist, wird es nicht weniger sinnvoll. Es zeigt eher, wie teuer das eigene Leben in Wahrheit geworden ist.
Die gute Nachricht ist: Du musst diesen Betrag nicht von heute auf morgen vollständig aufbauen. Aber du solltest ihn bewusst und strukturiert angehen. Der größte Fehler ist, darauf zu hoffen, dass am Monatsende „schon irgendwas übrig bleibt“. Meist bleibt dann genau das übrig: zu wenig oder gar nichts.
Besser ist ein klares Ziel mit fester Sparlogik. Zum Beispiel 9.000 Euro in 24 Monaten. Das wären 375 Euro pro Monat. Oder erstmal die erste Stufe mit 3.000 Euro, danach weiter Richtung volles Ziel. Hauptsache, du behandelst den Notgroschen nicht wie eine Restgröße, sondern wie einen festen Posten.
Genau hier kommt mein Mehrkontenmodell ins Spiel. Ich halte das für extrem sinnvoll, weil Geld dadurch endlich klare Aufgaben bekommt. Statt alles über ein einziges Konto laufen zu lassen, trennst du logisch: Einnahmen, Fixkosten, Alltag, Notgroschen und Investieren. Das macht dein Finanzleben nicht komplizierter, sondern klarer. Wer sein Geld nicht strukturiert, gibt oft mehr nach Gefühl als nach Plan aus. Wer sauber trennt, sieht viel schneller, was wirklich frei verfügbar ist und was besser unangetastet bleibt.
Ich nutze selbst mehrere Konten beziehungsweise Töpfe und finde das im Alltag deutlich angenehmer. Gerade bei N26 sind die Spaces dafür praktisch. Das sind Unterkonten, mit denen du Geld für verschiedene Zwecke sauber trennen kannst. Bei N26 lassen sich je nach Kontomodell bis zu 10 Spaces anlegen, teils sogar mit eigener IBAN. Genau das ist stark für alle, die Geld nicht nur „irgendwie auf dem Girokonto liegen haben“, sondern sauber in Aufgaben aufteilen wollen.
Spannend ist dabei auch der Einkommensverteiler. Darüber lassen sich eingehende Zahlungen automatisch auf verschiedene Spaces aufteilen. Heißt konkret: Gehalt kommt rein und je nach Einstellung gehen direkt zum Beispiel 5 Prozent in den Topf für Sparen oder Notgroschen. Das ist genau die Art von System, die ich mag. Nicht jeden Monat neu motivieren müssen, sondern es einmal sauber aufsetzen und dann laufen lassen. N26 beschreibt außerdem, dass sich mit Spaces auch Sparziele und bevorstehende Ausgaben übersichtlicher organisieren lassen.
Ich selbst habe dort zum Beispiel auch einen Topf für meine Rentenpolice, in den ich ansammle, um in Marktschwächen gezielt zuzuschießen. Diesen antizyklischen Gedanken nutze ich also nicht nur im klassischen Depot, sondern teilweise auch dort. Das ist hier aber eher ein Sidefact. Der Kern bleibt: Klare Töpfe sorgen für klarere Entscheidungen und meistens auch für bessere Entscheidungen und Sparleistungen.
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Eröffne dein Konto noch heute! Ich habe das N26 Metall-Abo, dort erhält man unter anderem Premium-Vorteile wie zusätzliche Spaces, eigene IBANs für Spaces und weitere Zusatzleistungen im Konto (Reiseversicherung und co gleich mit dabei). Das ist nicht der Kern des Artikels, aber für Leute, die ihr Banking bewusst digital und strukturiert organisieren wollen, kann das durchaus interessant sein.
Und jetzt kommt der wichtige Punkt, den viele falsch gegeneinander ausspielen: Der Notgroschen ist nicht das Gegenmodell zum Investieren. Im Gegenteil. Gerade weil Investieren wichtig ist, brauchst du den Puffer. Denn ohne Rücklage wird Investieren nervös. Dann wird beim ersten Problem der Sparplan gestoppt, im schlechtesten Moment verkauft oder der Dispo genutzt, obwohl eigentlich Vermögen aufgebaut werden sollte. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, braucht zwei Dinge gleichzeitig: Stabilität und Rendite. Der Notgroschen liefert Stabilität. Das Investieren liefert Wachstum. Beides hat seine Aufgabe.
Deshalb ist die Reihenfolge für mich ziemlich klar: Erst ein sauberes Fundament, dann mit System investieren. Nicht ewig Geld horten und gar nicht investieren, aber eben auch nicht alles sofort in den Markt drücken und hoffen, dass schon nichts dazwischenkommt. Der Notgroschen ist dabei nicht die Bremse, sondern das Sicherheitsnetz, das dir überhaupt erst erlaubt, langfristig ruhig investiert zu bleiben.
Fazit
Ein Notgroschen ist keine nette Idee für besonders vorsichtige Menschen, sondern ein zentraler Baustein guter Finanzplanung. Mindestens 3 Monatsausgaben sind aus meiner Sicht das absolute Minimum, weil das echte Leben finanzielle Puffer braucht.
Wer das Ganze dann noch mit einem Mehrkontenmodell kombiniert und das Sparen automatisiert, macht es sich deutlich leichter. Nicht perfekt. Nicht theoretisch. Sondern alltagstauglich. Und genau darum geht es am Ende bei einem durchdachten Finanzkonzept.
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